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Die Schnuffels

Sonntagabend. Ich fuhr gerade durch die finstere Nacht und ahnte nicht Böses, als plötzlich ein kleines Kaninchen aus dem Nichts am Straßenrand auftauchte - nun hell erleuchtet durch meine Scheinwerfer. Ich warf einen Blick in den Rückspiegel: kein Auto zu sehen. Also trat ich in die Bremsen, doch da rumpelte es schon. Zu spät.

Nimmt es mich mit? Nicht wirklich. Beschäftigt es mich? Ein wenig.

Langsam senkte sich die Sonne hinter den Hügeln von Schnuffelhausen herab und tauchte die Landschaft zunächst in ein sattes Rot, bevor sie schließlich ganz verschwand. Finsternis brach herein.


 

Zwar hatten sich allmählich die ersten sonnigen Tage eingestellt, dennoch war es nachts noch sehr kühl. Deshalb stand Papa Schnuffel vor dem Kamin des Baus der Familie und fachte das Feuer an, bevor er sich mit einem zufriedenen Seufzer in seinem alten Schaukelstuhl niederließ, seine Brille herauskramte, die geliebte Pfeife anzündete und schließlich begann, in der Zeitung zu blättern.

Mama Schnuffel saß mit den drei Kindern am Tisch der Stube und stopfte Socken. Die Kinder zeichneten und rangelten ab und an um die passenden Buntstifte.

"Ach herrje...", meldete sich da Mama Schnuffel zu Wort, "ich habe ganz vergessen, Frau Hoppel mein Rezept für den Möhrenauflauf zu bringen. Das braucht sie morgen dringend."

Sie blickte Papa Schnuffel auffordernd an, doch der gab nur ein unwilliges Grunzen von sich und blätterte die Zeitung lautstark um. Gerade hob Mama Schnuffel dazu an, das Wort direkt an ihren Gatten zu richten, da meldete sich Mümmel, ihr Jüngster, zu Wort: "Ich kann es ihr noch schnell bringen."

"Nein, das geht nicht, es ist doch schon dunkel," erwiderte sie,

"Ach lass mich doch. Der Weg ist doch gar nicht weit," bettelte Mümmel.

"Aber die Straße...," hob die Mutter zum nächsten Einspruch an, wurde aber vom Vater unterbrochen: "So klein ist er doch nicht mehr. Er schafft das schon. Außerdem ist Sonntag, da ist es ruhig auf den Straßen."

Die großen Kulleraugen ihres Jüngsten taten ihr Letztes dazu, um den Widerstand der Mutter zu brechen. Und so hoppelte Mümmel fröhlich los. Schnell legte er die wenigen Meter zur Straße zurück. Kein Auto weit und breit - also schnell hinüber, weiter bis zum Bau der Familie Hoppel. Dort lieferte er das Rezept bei der überglücklichen Frau Hoppel ab, die ihm als Dank noch ein Möhrenplätzchen überreichte, was Mümmel genüsslich verknusperte, während Frau Hoppel lobte, was für ein guter und netter Sohn er doch sei.

Er verabschiedete und hoppelte wieder gen Heimat. Schnell konnte er schon die Lichter seines Elternhauses erspähen. Er war voller Vorfreude und sah das stolze Gesicht seines Vaters schon vor sich und das der erleichterten Mutter - sie machte sich ja immer so viel Sorgen. Nur noch die letzten Meter... *RUMMS*

 


 

Mutter Schnuffel schaute von ihren Näharbeiten auf zur großen Standuhr.

"Er ist nun schon so lange weg," seufzte sie.

"Ach, du weisst doch, wie Frau Hoppel ist... Wahrscheinlich verspeist er gerade einen Keks nach dem anderen und hat darüber hinaus vergessen, dass wir auf ihn warten," beschwichtigte sie ihr Gatte

"So wird's wohl sein."

Und so wandte sie sich wieder den kaputten Socken zu und wartete. Und wartet bis heute...

 


 

 

18.3.14 19:01
 


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